» … und raus bist Du!«

Gesellschaftliche Ausgrenzungsszenarien erkennen und bekämpfen – Aufgabe feministischer Mädchen*arbeit?!

Fachtag und Jahreshauptversammlung am 10. November 2017 in Rüsselsheim


Der Fachtag macht sich zur Aufgabe gesellschaftliche Ausgrenzungsszenarien zu erkennen und zu bekämpfen. Dabei sollen Fachkräfte der Mädchen*/Jugendarbeit bestärkt und unterstützt werden, Ausgrenzungsszenarien wahrzunehmen und einzuordnen. Darüber hinaus sol­len Strategien zur Prävention und Intervention entwickelt und die Rolle feministischer Mädchen*arbeit darin beleuchtet werden.

Fragen, die uns beschäftigen werden:

  • Welche gesellschaftlichen Verhältnisse erzeugen Ausgrenzungserfahrungen, woran können wir diese erkennen und was können wir dagegen tun?
  • Wie kann ich meine eigenen Verhaltensweisen reflektieren und neue Perspektiven entwickeln?
  • Welche Strategien und Konzepte hat Mädchen*arbeit hier zu bie­ten?
  • Welche Aufgaben und Selbstverständnisse ergeben sich daraus für einen feministische Politik und Praxis?

Ausgrenzungsszenarien sind niemals eindimensional, sondern intersektional zu denken. Dabei soll das Konzept der Intersektionalität eingeführt, gesellschaftliche Realitäten reflektiert und unterschiedliche Themen/ Ausgrenzungsszenarien betrachtet werden.

Praxisnah und konkret sollen Situationen in Workshops dargestellt und analyisert werden.


Hier können Sie das Programm für den Fachtag
im PDF
 öffnen und ggf. herunterladen.
Einladung zum Fachtag 2017 – Folder »

 

Online-Anmeldung für den Fachtag
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ZEITPLAN

 

JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG

10:00  Begrüßung

12:00  Mittagspause (Selbstversorgung)

FACHTAG

13:00  Begrüßung und inhaltlicher Einstieg

14:00  Vortrag und Diskussion

Mädchen*arbeit im Kapitalismus – (Queer)-feministische Perspektiven auf gesellschaftliche Ausgrenzungsszenarien
Referent*in: Lisa Baumann (Girlz*Space – Frauen* für Frauen* Leipzig)

Die Mädchen*arbeit als solche versteht sich nicht nur als Kin­der- und Jugendpädagogik sondern insbesondere als Antidiskriminierungsarbeit und richtet sich mit ihren Prinzipien durch eine em­powernde Haltung gegen Herrschafts-, Ausschlie­ßungs- und Unterdrückungsverhältnisse.

Debatten hinsichtlich gesellschaftlicher Strukturen, (be­sorg­nis­­er­re­genden) politischen Entwicklungen sowie die Frage nach möglichen Praxen für die Mädchen*arbeit führen jedoch häufig zurück zum Spannungsfeld »Geschlecht und Kapitalismus«. Diese beiden Konstrukte stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander, ergänzen sich in Ausgrenzungsszenarien und er­schweren eine intersektionale Arbeit.

  • Was bedeutet dieses Wissen für die Mädchen*arbeit und Mäd­chen*arbeiterinnen*?
  • Ist die Mädchen*arbeit frei von Ausschlüssen?
  • Hat die Mädchen*arbeit »alle im Blick« oder werden einige Mädchen* »unsichtbar gemacht«?
  • Inwieweit ist Mädchen*arbeit an Kapitalismus und somit bestimmte institutionalisierte Prozesse und Leistungen gebunden?

Mit einem (Queer)-feministischen Blick wird versucht die Wirk­­­me­chanismen der Ausgrenzung im Kontext von Kapitalismus und Ge­schlecht im Rahmen der Mädchen*arbeit darzulegen. Des Wei­teren soll die Frage erörtert werden, ob (queer)-femi­nistische Perspektiven und Praxen neue Hierarchisierungsprozesse befördern und somit selbst zu einem Ausschluss führen könnten.

15:00  Pause

15:30  WORKSHOPS

17:30  Abschluss & Ende der Fachtagung

 

WORKSHOPS

Workshop 1
Aus aller Herren Länder …?
Rassismuskritische Impulse für feministisches Arbeiten
Referent*in: Laura Digoh-Ersoy (Karfi- Schwarzes Bildungskollektiv)

Workshop 2
»Immer die Anderen«: Weltbild Antisemitismus
Referent*in: Bildungsstätte Anne Frank

Workshop 3
Körpervielfalt in der feministischen Mädchen*arbeit.
Dicke Mädchen* werden ausgegrenzt?!
Referent*in: Sandra Bau
(Fett_Aktivistin und Dipl. Sozialpädagogin im Feld Schule)

Workshop 4
Heteronormativitätskritische Mädchen*arbeit
Referent*in: Johanna Schmitz
(Alte Feuerwache Köln e. V., Mädchen*treff)

Workshop 5
»All in?« Möglichkeiten und Risiken, Perspektiven und Grenzen
des Inklusionsdiskurses aus Sicht von feministischer Mädchen*-arbeit und Kritischer Sozialer Arbeit.
Referent*in: Ioanna Menhard
(Jugend-/ Mädchen*arbeiterin, Jugendhilfe in der Schule)

 

WORKSHOP-BESCHREIBUNGEN

Workshop 1
Aus aller Herren Länder …?
Rassismuskritische Impulse für feministisches Arbeiten

Referent*in: Laura Digoh-Ersoy (Karfi- Schwarzes Bildungskollektiv)

Mädchen* und Frauen* »mit Migrationshintergrund« sind eine häufig genannte Zielgruppe (Sozial)pädagogischer Arbeit. Ebenso wie »Geschlecht« lässt sich die Kategorie allerdings kritisch befragen: Was sagt sie aus und wer verwendet sie wann zu welchem Zweck?
Im Workshop beschäftigt uns die Frage, wie Rassismus und Sexismus im Sprechen über »Migration« und »Integration« miteinander verbunden sind.

 Workshop 2
»Immer die Anderen«: Weltbild Antisemitismus
Referent*in: Bildungsstätte Anne Frank

Vom Schimpfwort bis zur Verschwörungstheorie – vielfach sind Pädago­g­*in­nen mit antisemitischen Äußerungen in der Praxis konfrontiert. Im Workshop informieren wir über Merkmale, Struktur und Funktionen aktueller Er­scheinungsformen des Antisemitismus. Wir bieten pädagogische Handlungsstrategien im Umgang mit Antisemitismus und stellen didaktische und methodische Ansätze für pädagogische Arbeit gegen Antise­mitismus vor.

Workshop 2
Körpervielfalt in der feministischen Mädchen*arbeit.
Dicke Mädchen* werden ausgegrenzt?!
Referent*in: Sandra Bau (Fett_Aktivistin und Dipl. Sozialpädagogin im Feld Schule)

Warum werden dicken Mädchen* aufgrund ihrer Körperform Faulheit, Krankheit oder Dummheit zugeschrieben? Welche gesellschaftlichen Normen und Vorurteile stecken hinter solchen Zuschreibungen oder Katego­rien? Und welche Rolle spielen dabei Fachkräfte aus der Mädchen*arbeit? 

Gegen diese Form von körperbezogener Diskriminierung, Benachteiligung sowie Ausgrenzung sollte vor allem aus der feministischen Mädchen*arbeit Widerstand angemeldet werden. Ich möchte ihnen in diesem Workshop neue und empowernde Perspektiven auf dicke Körper anbieten und Sie im Rah­men eines interaktiven Workshops dazu einladen Körpernormen zu hinterfragen, Alltagserfahrungen zu reflektieren und konkrete Ideen und In­terventionen für einen sensiblen Umgang mit Körper­vielfalt zu entwickeln. 

Workshop 3
Heteronormativitätskritische Mädchen*arbeit
Referent*in: Johanna Schmitz (Alte Feuerwache Köln e. V., Mädchen*treff)

Der Workshop setzt sich mit einer heteronormativitätskritischen Perspektive innerhalb der Pädagogik auseinander. Mit Hilfe verschiedener Methoden wird sich dieser Perspektive angenähert und Möglichkeiten ihrer Umsetzung innerhalb der (queer)-feministischen Mädchen*arbeit entwickelt und diskutiert.

Workshop 3
»All in?« Möglichkeiten und Risiken, Perspektiven und Grenzen des Inklusionsdiskurses aus Sicht von feministischer Mädchen*arbeit und Kritischer Sozialer Arbeit.
Referent*in: Ioanna Menhard (Jugend-/ Mädchen*arbeiterin, Jugendhilfe in der Schule)

Der Inklusionsbegriff und die breite Debatte um inklusive Pädagogik lassen im Kontext von diskriminierungs- und gesellschaftskritischen Ansätzen in Sozialer- und Bildungsarbeit Aufbruchstimmung vermuten, nicht nur hinsichtlich der Ausschlüsse und Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Bei genauerer Betrachtung kann »Inklusion« aber auch schlichtweg als Schlagwort bezeichnet werden, dessen Anwendung mehr Fragen aufwirft als sie zu beantworten. Im Rahmen des Workshops soll vor dem Hintergrund eines weiten Verständnisses des Inklusionsbegriffs (d. h. alle Kinder und Jugendlichen sind Zielgruppe und Verschiedenheit der Nor­malfall) der Versuch einer kritischen Auseinandersetzung und Systematisierung mit einem Input und anschließender Diskussion unternommen wer­den.
Als theoretische Bezugspunkte werden wir verschiedene Konzepte feministischer Mädchen*arbeit (z. B. von Mart Busche, Laura Maikowski, Ines Pohlkamp u. a.) und Kritischer Sozialer Arbeit hinzuziehen, z. B. »Soziale Arbeit als Grenzbearbeiterin« (Susanne Maurer und Fabian Kessl), »Sozialer Arbeit im Spannungsfeld von Nationalstaatlichkeit und Universalismus« (Albert Scherr und Karin Scherschel). 

 

INFORMATIONEN

TAGUNGSORT
Freizeithaus Dicker Busch
Hessenring 76 
65428 Rüsselsheim am Main

TEILNAHMEGEBÜHR
20,00 € für Nicht-Mitfrauen* der LAG
18,00 € für Mitfrauen*

VERANSTALTERIN
LAG Mädchen*politik Hessen e. V.
c/o FeM – Feministische Mädchenarbeit* e. V.
Mädchen*haus Frankfurt
Eschersheimer Landstraße 534
60433 Frankfurt

lag.maedchenpolitik-hessen@web.de