My body – my choice!

Empowernde Perspektiven auf selbstbestimmte Körper(grenzen)

 

Fachtag und Jahreshauptversammlung am 6. September 2018 in Wetzlar

LAG Mädchen*politik Hessen e. V.
in Zusammenarbeit mit der Stadt Wetzlar

Handout #was_ich_will

Im Kontext der Debatten um sexualisierte Gewalt und Alltagssexismus hat der #metoo den Handlungsbedarf in Bezug auf Prävention und Intervention von sexualisierter Gewalt gezeigt. Diese Diskussionen sind im Kontext feministischer Mädchen*arbeit nicht neu.

Neu ist allerdings, die öffentliche Diskussion, die anders als in vergangenen Fällen weniger geprägt ist von Bagatellisierungen und Verleugnungen. Gleichzeitig wachsen aber Mädchen* weiterhin in einer Welt auf, in der vor allem weiblich gelesene Körper durch einen öffentlichen Normierungsdruck begrenzt werden. Nicht nur neue Medien, sondern auch soziale Zuschreibungen und gesellschaftliche Optimierungserwartungen beeinflussen den selbstbestimmten Um­gang mit dem eigenen Körper.

Es gilt, die Expertise feministischer Mädchen*politik zu nutzen, um diese Entwicklung fachlich zu analysieren und sie von rassistischen und rechtspopulistischen Vereinnahmungen abzugrenzen.

Wir wollen unterschiedliche Ebenen in den Blick nehmen und fragen uns:

  • Welche Grenzverletzungen erleben Mädchen* und jungen Frauen* in ihrem Alltag?
  • Welchem Normierungsdruck sind vor allem weibliche* Körper aus-
    gesetzt?
  • Wie werden Körper pathologisiert und definiert?
  • Welche Strategien dagegen entwickeln Mädchen* und junge Frau­en* in ihrem Alltag?

Unser Ziel ist die Expertise feministischer Mädchen*politik zu nutzen, um mit Hilfe des gemeinsamen Austausches zu erarbeiten, wie eine feministische Mädchen*arbeit hier unterstützende Angebote machen kann und welche Aufgaben sich für eine mädchen*politische Ver­tretung ergeben.

Hier können Sie das Programm mit Anmeldeformular für den Fachtag
im PDF
 öffnen und ggf. herunterladen.
Einladung zum Fachtag – Folder »

 

ZEITPLAN

09:30 Uhr  Offener Anfang

10:00 Uhr  Begrüßung

10:30 Uhr  Vortrag
#bestimmt_gut #was_ich_will –
ein social media mitmach Projekt:
www.was-ich-will.info

12:00 Uhr  Mittagspause

13:00 Uhr  WORKSHOPS

15:00 Uhr  Abschluss

15:30 Uhr  Pause

16:00 Uhr
Jahreshauptversammlung
der LAG Mädchen*politik Hessen

 

VORTRAG

#bestimmt_gut #was_ich_will –
ein social media mitmach Projekt:
www.was-ich-will.info

Katharina Avemann, Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen gGmbH,
Christine Weiß, Medienpädagogin, Marburg

Vergleiche und Inszenierungen, Kommentierungen und Bildungsbearbeitungen  in den sozialen Medien bieten Orientierung und beeinflus­sen die Körperwahrnehmung und Bewertung von sich und an­deren. Dadurch erhöht sich der Druck auf Mädchen* und Frauen* »schön« aus­zusehen. Wer bestimmt, was schön ist? Und tut das, was schön ist, auch gut?

Das was Mädchen* und Frauen* brauchen, damit es ihnen gut geht, ist nicht zu trennen von ihren Forderungen nach Veränderung der ge­sell­schaftlichen Strukturen. Diese Forderungen sichtbar zu machen ist Ziel des Projektes »#bestimmt_gut #was_ich_will«. Das Präventionsprojekt möchte Mädchen* und Frauen* darin unterstützen und empowern, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und für ihre Interessen einzutreten. Das Projekt wird gefördert vom Frauen*referat der Stadt Frankfurt.

 

WORKSHOPS

Workshop 1
Bodyismus und Fat-Empowerment –
Perspektiven und Impulse für feministische Mädchen*arbeit
Referent*in: Sandra Bau, fetter Widerstand, Ioanna Menhard

Workshop 2
WomEN DO it – feministische Selbstbehauptung und
Selbstverteidigung für Frauen*
Referent*in: Nadine Seyler, Unvergesslich Weiblich e. V.

Workshop 3
Sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung für Mädchen* –
die sexualpädagogische Arbeit mit Mädchen*
Referent*in: Peet Thesing, Erika König, pro familia Gießen

 

WORKSHOP-BESCHREIBUNGEN

Workshop 1
Bodyismus und Fat-Empowerment – Perspektiven und Impulse für feministische Mädchen*arbeit
Referent*in: Sandra Bau, fetter Widerstand, Ioanna Menhard

Warum werden dicken Mädchen* aufgrund ihrer Körperform Faulheit, Krank­heit oder Dummheit zugeschrieben? Welche gesellschaftlichen Normen und Vorurteile stecken hinter solchen Zuschreibungen oder Kategorien? Und welche Rolle spielen dabei Fachkräfte aus der Mädchen*arbeit?

Gegen diese Form von körperbezogener Diskriminierung, Benachteiligung sowie Ausgrenzung sollte vor allem aus der feministischen Mädchen*arbeit Widerstand angemeldet werden. In diesem Workshop werden neue und empowernde Perspektiven auf dicke Körper angeboten. Im Rahmen eines interaktiven Workshops wird dazu eingeladen, Körpernormen zu hinterfragen, Alltagserfahrungen zu reflektieren und konkrete Ideen und Inter­ven­tionen für einen sensiblen Umgang mit Körpervielfalt zu entwickeln.

Workshop 2
WomEN DO it – feministische Selbstbehauptung und
Selbstverteidigung für Frauen*
Referent*in: Nadine Seyler, Unvergesslich Weiblich e. V.

Was ist WENDO?
Wendo ist Training der Selbstsicherheit, Grenzziehungstraining mit Bekann­ten, im Beruf, Konfliktmanagementtraining und Selbstverteidigungs­trai­ning von Frauen* für Frauen*. Es ist kein Kampfsport, sondern ein temperamentvoller Weg, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und zu fördern.

In dem kurzen Workshop wird es neben einem theoretischen Input hauptsächlich um verbale Möglichkeiten der Grenzziehung, Übungen zu Körpersprache und Einsatz der Stimme gehen. Willkommen ist jede Frau* jeden Alters, mit und ohne Behinderung.

Ob eine Frau* sich wehrt, liegt nicht an ihrer Körperkraft oder Sportlichkeit, sondern vor allem an ihrer Entschlossenheit ihr Leben, ihre Gesundheit und ihr Würde zu schützen. Diese Entschlossenheit zu mobilisieren, das werden wir in dem Workshop üben.

Workshop 3
Sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung für Mädchen* –
die sexualpädagogische Arbeit mit Mädchen*
Referent*in: Peet Thesing, Erika König, pro familia Gießen

Mädchen* haben das Recht
… auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung
… auf die Entscheidung, ob sie Kinder bekommen oder nicht
… auf die selbstbestimmte Entscheidung über Methoden der Verhütung, der Pille danach
… auf den Abbruch einer Schwangerschaft

Wir möchten im Workshop eine empowernde Perspektive eröffnen, das heißt, Mädchen* zu vermitteln, dass sie Spaß an Sexualität haben dürfen, dass sie ausprobieren dürfen, entgegen dem gesellschaftlichen Bild von »Schlampen« und »viel zu freizügigen Mädchen*«.

Gerade in Einrichtungen der Jugendhilfe herrscht oftmals Unsicherheit gegenüber  selbstbestimmter Sexualität und Druckausübung im Bezug auf hormonelle Verhütung.

Es geht in dem Workshop darum Wege zu finden Mädchen* eine lustvolle Perspektive auf Sexualität zu ermöglichen – über Grenzen von sexueller Ori­en­tierung und gesellschaftlichen Vorurteilen und Zwängen hinweg – im­mer mit einem Fokus auf die sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung.

 

INFORMATIONEN

 

TAGUNGSORT
Neues Rathaus Wetzlar
Ernst-Leitz-Straße 30
35578 Wetzlar

TEILNAHMEGEBÜHR
20 € für Mitfrauen* der LAG
25 € für Nichtmitfrauen*

ANMELDUNG
Christine D’Aveta
Stadtverwaltung Wetzlar
Abteilung Jugend / Jugendbildungswerk
Steinbühlstraße 5
35578 Wetzlar

Anmeldung bis 30.08.2018 per Post oder via E-Mail an
jbw@wetzlar.de

VERANSTALTERIN
LAG Mädchen*politik Hessen e. V.
c/o FeM – Feministische Mädchen*arbeit e. V.
Mädchen*haus Frankfurt
Eschersheimer Landstraße 534
60433 Frankfurt am Main

lag.maedchenpolitik-hessen@web.de

Wir danken der Stadt Wetzlar und dem
Jugend­bildungswerk für die Kooperation.